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Soziales - News

29. July 2010

Arbeitslosigkeit fällt unter die Marke von 20.000



19.900 Männer und Frauen sind im Agenturbezirk Stralsund derzeit ohne Job.
Damit fiel die Zahl der Arbeitslosen zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung unter die Marke von 20.000.

Die Arbeitslosenquote sank von 11,6 Prozent im Juni auf aktuell 11,4 Prozent. Noch vor einem Jahr lag sie bei 13,3 Prozent.

 

„Üblicherweise erleben wir in den Sommermonaten eher eine Stagnation oder einen Anstieg der Arbeitslosigkeit“, so Dr. Jürgen Radloff, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund. „Dies hätte ich auch in diesem Jahr erwartet. So führen etwa Entlassungen zum Halbjahresende oder die Arbeitslosmeldungen von Jugendlichen vor oder am Ende ihrer Ausbildung regelmäßig zu einer Zunahme der Beschäftigungslosigkeit.“

Tatsächlich stieg die Zahl der Arbeitslosen gerade im Bereich der unter-25-Jährigen deutlich an.
2.527 Jugendliche sind derzeit arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat ist dies ein Anstieg um 387 (+18,1 Prozent).


Das Ende vieler Ausbildungsverhältnisse machte sich also sehr wohl bei der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen bemerkbar. Allerdings waren die Jugendlichen die einzige Personengruppe am Arbeitsmarkt, die einen solchen Anstieg verzeichnen musste. So blieb insgesamt der erwartete Anstieg der Beschäftigungslosigkeit im Monat Juli so wie bereits in den letzten drei Jahren aus.

 

„Für den August könnte es vielleicht dann noch eine geringfügige Steigerung der Arbeitslosenzahlen geben“, wagt Dr. Radloff einen Ausblick auf die nächsten Monate. „Einige Arbeitslosmeldungen von Jugendlichen werden sicher erst im August erfolgen. Außerdem bleibt fraglich, wie sich die Witterungsverhältnisse der nächsten Wochen auf die restliche Tourismussaison auswirken. Bleibt das Wetter weiter so sommerlich wie bisher, wirkt sich dies auch positiv auf den Arbeitsmarkt aus, gerade in unseren Urlaubshochburgen.“

Bereits jetzt verzeichnen die Tourismusgebiete im Agenturbezirk die niedrigsten Arbeitslosenquoten seit der Wiedervereinigung.


So sank die Beschäftigungslosigkeit auf der Insel Rügen noch einmal von 8,5 Prozent im Vormonat auf aktuell 8,0 Prozent. Deutschlands größte Insel liegt im Landesvergleich nunmehr auf Platz 2 der besten Arbeitsmarktwerte Mecklenburg-Vorpommerns. Lediglich der Landkreis Bad Doberan konnte mit einer Arbeitslosenquote von 7,9 Prozent ein nur knapp besseres Ergebnis erzielen. Der Landkreis Ostvorpommern verzeichnete einen Rückgang der Beschäftigungslosigkeit von 11,2 Prozent im Juni auf aktuell 10,9 Prozent.


Betrachtet man die Agenturgeschäftsstelle Wolgast, zu der auch die Insel Usedom gehört, separat, wird sogar ein ähnliches Niveau wie auf Rügen sichtbar. So konnte auf Usedom eine Arbeitslosenquote von 8,9 Prozent registriert werden. Zum Vergleich: noch vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote bei 11,7 Prozent.

Trotz dieser weiterhin positiven Entwicklung bleibt festzustellen, dass der Rückgang der Beschäftigungslosigkeit nicht mehr so stark ist, wie noch in den Frühjahresmonaten.

 

Zum jetzigen Höhepunkt der Saison sind offenbar viele der Arbeitsplätze in der Hotel- und Gastronomiebranche besetzt. Zusätzliche Arbeitskräfte werden vorerst nicht in dem Maße mehr nachgefragt, wie noch im Frühjahr. Deutlich zeigt sich dies im Landkreis Nordvorpommern mit der Tourismusregion Fischland-Darß-Zingst. Hier stiegen die Arbeitslosenzahlen geringfügig um 40 Personen (+0,6 Prozent).


In den beiden Hansestädten wirken sich die Saisonverläufe ohnehin nicht so stark aus wie in den Urlaubsgebieten. Stralsund verzeichnete erwartungsgemäß einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit um 42 Personen (+1,0 Prozent), Greifswald um 32 Personen (ebenfalls +1,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote Greifswalds ist mit 11,4 Prozent immer noch die niedrigste unter den kreisfreien Städten im Land. (Mit weitem Abstand folgt erst Rostock mit 12,7 Prozent.) Stralsund muss mit 14,8 Prozent dagegen die höchste Arbeitslosenquote unter den kreisfreien Städten vermelden, allerdings nur knapp hinter Neubrandenburg mit 14,6 Prozent.

 

Neben dem positiven Einfluss der Saison haben auch die arbeitsmarktpolitischen Instrumente immer noch eine große Bedeutung für den Arbeitsmarkt der Region. 1.871 Männer und Frauen erwerben derzeit mit Unterstützung der Arbeitsagentur und der ARGEn eine neue berufliche Qualifikation, 132 weniger als im Vormonat und 102 weniger als noch vor einem Jahr. 4.396 Personen befinden sich derzeit in den sogenannten Arbeitsgelegenheiten. Gegenüber dem Vormonat ist dies ein geringfügiger Anstieg um 64 Teilnehmer, gegenüber dem Vorjahr jedoch ein deutlicher Rückgang um 670. Ohne die Entlastungswirkung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente läge die Arbeitslosenquote wahrscheinlich bei 16 Prozent.

 

Text: Bundesagentur für Arbeit

 

Redaktion: Greifswald TV




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